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Indikatoren/Forschung

Netz Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz

Netz Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz

Im Rahmen des Projekts Netz Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz werden Daten erhoben, mit denen ausgesagt werden kann, ob und wie bestimmte Ziele des Nationalen Aktionsplanes zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) erreicht werden. Das im Jahr 2007 gestartete Projekt umfasst:

  1. jährlich Daten zur Intensität der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (Behandlungsindex) in Kulturen und Regionen zu gewinnen
  2. die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln fachlich im Hinblick auf die Einhaltung des notwendigen Maßes zu bewerten.

Aus den Daten, den statistischen Analysen und den fachlichen Bewertungen k√∂nnen j√§hrlich retrospektiv Aussagen zum notwendigen Ma√ü im jeweiligen Jahr abgeleitet werden. Zudem werden messbare Einfl√ľsse (z. B. Witterung, Schaderregerauftreten, Kosten und Erl√∂se, Beratung) und subjektive Einfl√ľsse (z.B. Kenntnisse, Risikoverhalten) auf die Intensit√§t der Pflanzenschutzmittelanwendungen regional bzw. jahresspezifisch identifiziert. Die Erkenntnisse helfen langfristig, den Pflanzenschutz noch st√§rker auf das notwendige Ma√ü und insgesamt auf das Konzept des integrierten Pflanzenschutzes (IPS) unter Beachtung regionaler Bedingungen auszurichten.

Um diese Ziele zu erreichen, werden im NAP in Kapitel 6.1.4 Einhaltung des notwendigen Maßes bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entsprechende Maßnahmen beschrieben. Der Indikator "Quote der Einhaltung des notwenigen Maßes" gibt an, wieweit sich die Anwender von Pflanzenschutzmitteln dem von der jährlichen Befallssituation abhängigen notwendigen Maß nähern.

Aktuelle Ergebnisse zum Indikator "Quote der Einhaltung des notwenigen Maßes"

Koordination

Die Organisation und Auswertung der Daten der Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz erfolgen durch die Landeseinrichtungen des Pflanzenschutzes in Zusammenarbeit mit dem Julius K√ľhn-Institut (JKI).

In den folgenden Bereichen wurden Vergleichsbetriebe eingerichtet:

  • Ackerbau (haupts√§chlich Winterweizen, Wintergerste und Winterraps),
  • Freilandgem√ľse (Wei√ükohl, M√∂hren, Spargel, Zwiebeln),
  • Obstbau (Tafelapfel),
  • Weinbau,
  • Hopfenbau.

Im Ackerbau wurde eine gleichm√§√üige Verteilung der Vergleichsbetriebe auf die Erhebungsregionen Ackerbau (ERA) nach Ro√überg et al. (2007) und Ro√überg (2008) angestrebt, wobei in allen Erhebungsregionen mindestens drei Betriebe mit den Kulturen Winterweizen, Wintergerste und Winterraps zur Verf√ľgung stehen sollten. In allen anderen Produktionsbereichen sollten alle wichtigen Anbaugebiete der betreffenden Kultur repr√§sentativ vertreten sein.

Die Abbildung veranschaulicht die Verteilung der Vergleichsbetriebe Pflanzenschutz im Jahr 2016.

Grundlage der Bewertung

Das notwendige Maß im Pflanzenschutz wird mit Daten aus der jährlichen Erfassung der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Hauptkulturen und anderer pflanzenschutzrelevanter Informationen in repräsentativen Betrieben des Netzes der Vergleichsbetriebe bestimmt. Die Bewertung aller Maßnahmen erfolgt durch Experten der Pflanzenschutzdienste der Länder vor dem Hintergrund der Wirtschaftlichkeit und der Voraussetzung, dass alle praktikablen Möglichkeiten zur Vorbeugung und Abwehr von Schadorganismen ausreichend angewendet wurden.

Wesentliche Bewertungskriterien sind:

  • die Beachtung der Sortenresistenz,
  • die Terminierung,
  • die gezielte Mittelwahl,
  • die richtige Dosierung und Aussch√∂pfung des Reduktionspotentials,
  • die Anwendung auf Teilfl√§chen,
  • das Unterlassen von Ma√ünahmen,
  • der Ersatz der Pflanzenschutzmittelanwendung durch alternative Verfahren.

Um die Intensit√§t der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Kulturen und Regionen zu beschreiben, wird der Behandlungsindex (BI) verwendet. Er stellt die Anzahl von Pflanzenschutzmittelanwendungen auf einer betrieblichen Fl√§che, in einer Kulturart oder in einem (Vergleichs-) Betrieb dar. Dabei ber√ľcksichtigt er reduzierte Aufwandmengen und Teilfl√§chenbehandlungen.

Weitere Informationen zum Behandlungsindex