Springe zur Hauptnavigation Springe zu den wichtigen Themen Springe zum Inhalt

Über den Aktionsplan

Aktionsplan "Vorratsschutz und Leitlinien zum Vorratsschutz"

Mehlmotte (Ephestia kuehniella). Copyright: pitris - fotolia.com

Copyright: pitris - fotolia.com

Als Teil des Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzlitteln wurde ein "Aktionsplan zur Verbesserung der Situation im Sektor Vorratsschutz" unter Federführung des Julius Kühn-Instituts (JKI) erarbeitet.

Aktueller Stand

Der "Aktionsplan zur Verbesserung der Situation im Sektor Vorratsschutz" wurde im Sommer 2017 von einer Steuerungsgruppe unter der Leitung von Dr. Cornel Adler (JKI) fertiggestellt. Daran beteiligt waren die mit diesem Thema befassten Verbände, Organisationen, Betriebe, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen.

Der Aktionsplan steht zum Download bereit:

Aktionsplan zur Verbesserung der Situation im Sektor Vorratsschutz (pdf-Datei)

Historie

Der Aktionsplan ist in einem gemeinsamen Prozess mit den beteiligten Akteuren entstanden. Ein erster Entwurf des Aktionsplans wurde am 1. und 2. Oktober 2014 am JKI in Berlin (Dahlem) während eines Workshops zum Thema Vorratsschutz diskutiert. In den Jahren 2015 und 2016 fanden weitere Treffen und Absprachen der Steuerungsgruppe statt.

Protokoll des Workshops "Vorratsschutz" (pdf-Datei)

Parallel dazu wurde an den Leitlinien des Integrierten Pflanzenschutzes im Sektor Vorratsschutz gearbeitet. Weitere Informationen zu den Leitlinien zu finden unter:

Leitlinien IPS

Hintergrund

Ein Ziel des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz ist die Verbesserung der Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, insbesondere für die Anwendung von geringfügigem Umfang, für den Vorratsschutz und für geeignete Resistenzstrategien. Ziel-Quote ist hierbei bis zum Jahr 2023 in 80% aller relevanten Anwendungsgebiete mindestens drei Wirkstoffgruppen zur Verfügung zu haben. Die Erreichung dieses Zieles wird für den Sektor Vorratsschutz als schwierig angesehen.

Aus diesem Grunde ist die Bereitstellung von praktikablen vorbeugenden und nicht-chemischen Maßnahmen im Vorratsschutz besonders wichtig. Neben den Bereichen Vermeidung und Früherkennung, ist der Bereich Bekämpfung im integrierten Vorratsschutz bedeutsam. Dies betrifft beispielsweise die Lagerung von Getreide oder die Einfuhr von Pflanzenerzeugnissen aus Drittländern. Darüber hinaus stellt die lebensmittelverarbeitende Industrie als nachgelagerter Sektor spezielle Anforderungen an den Vorratsschutz.

In der Praxis besteht laut Meinung der am JKI-Workshop "Vorratsschutz" teilnehmenden Experten Handlungsbedarf insbesondere hinsichtlich folgender Aspekte:

  1. Schaderregerüberwachung und Qualitätssicherung der Vorräte:

    • Verfügbarkeit geeigneter Systeme verbessern.
    • Beispielsweise ist die Kalibrierung verschiedener Fallen nicht möglich, da die Fängigkeit von der räumlichen Situation, dem Schädlingsspektrum, der Menge und Qualität gelagerter Erntegüter, der Beleuchtung, den Klimaverhältnissen und einer Vielzahl anderer Faktoren abhängt. Gerade in diesem Segment ist die Qualifikation und Erfahrung des Anwenders eine wichtige Voraussetzung.

  2. Fachliche Qualifikation durch Aus- und Weiterbildung für Praktiker verbessern:

    • Insbesondere der Bereich der Primärerzeugung sollte stärker für Vorratsschutzaspekte sensibilisiert werden; Vorbeugung und Sauberkeit in den Lagern.
    • Information der Anwender über Zulassung und Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Vergleich zu den Bioziden verbessern.
    • Module zum Vorratsschutz sollen in die Berufsausbildung integriert werden.

  3. Regelungen der Pflanzengesundheitskontrolle an den EU-Außengrenzen überprüfen:

    Vorratsschutzmaßnahmen sind hier nur "Kann-Bestimmungen", also nicht bindend. Die Kontrolleure sind mit gesetzlich vorgeschriebenen Pflichten aber bereits überlastet.
  4. Information und Beratung zum Thema Vorratsschutz ausbauen.
  5. Zusätzlich zur Bundesforschung muss die Forschung auf Ebene der Bundesländer (Behörden, Universitäten) intensiviert werden, da dort derzeit fast keine Forschungsaktivitäten laufen.