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√úber den Aktionsplan

Nationale Aktionspläne in der EU

Nationale Aktionspläne der EU-Mitgliedsstaaten

Die Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie 2009/128/EG hat in der EU einen gemeinsamen Rahmen f√ľr eine nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln geschaffen. Ein wichtiger Schritt zur Umsetzung war, dass die Mitgliedstaaten nationale Aktionspl√§ne erlassen.

Die nationalen Aktionspl√§ne dienen dem Ziel der Richtlinie, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbundenen Risiken und Auswirkungen f√ľr die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu verringern und die Anwendung des integrierten Pflanzenschutzes sowie alternativer Methoden oder Verfahren wie nichtchemischer Alternativen zu Pestiziden zu f√∂rdern.

Gem√§√ü der Richtlinie haben alle Mitgliedsstaaten nationale Aktionspl√§ne zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verabschiedet und Regelungen zur Sachkunde und zur Pr√ľfung von Pflanzenschutzger√§ten geschaffen. Seit dem 1. Januar 2014 sind die Allgemeinen Grunds√§tze des integrierten Pflanzenschutzes anzuwenden.

Die nationalen Aktionspläne der 28 EU-Mitgliedsstaaten sind auf der Website der Europäischen Kommission hinterlegt:

Nationale Aktionspläne der EU-Mitgliedsstaaten

Die Mitgliedsstaaten berichten regelm√§√üig der Europ√§ischen Kommission √ľber den Stand und die √Ąnderungen ihrer nationalen Aktionspl√§ne.

Information und Austausch auf EU-Ebene

Der Austausch von Informationen √ľber die Ziele und die Aktionen, die die Mitgliedstaaten in ihren nationalen Aktionspl√§nen festlegen, ist f√ľr die Verwirklichung der Ziele der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie (Sustainable Use Directive ‚Äď SUD) sehr wichtig. Die Europ√§ische Kommission hat ein Internetportal eingerichtet, um dort √ľber die Entwicklung und Ergebnisse der nationalen Aktionspl√§ne in den Mitgliedsstaaten zu informieren. Ein integriertes Recherche-Tool unterst√ľtzt bei der Suche nach Informationen zu einzelnen Mitgliedsstaaten.

Zum SUD-Webportal

Weitere Informationen zur Berichterstattung der EU-Kommission

Dar√ľber hinaus findet begleitend zu den Prozessen in den Mitgliedstaaten ein regelm√§√üiger Austausch auf europ√§ischer Ebene statt. In diesem werden Erfahrungen bei der Umsetzung Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie und den nationalen Aktionspl√§ne geteilt. Dies betrifft insbesondere Erfahrungen zu Ma√ünahmen, die sich in einzelnen Mitgliedsstaaten besonders bew√§hrt haben und die einen Vorbildcharakter f√ľr andere haben k√∂nnen.

Einzelne dieser ‚ÄěBest practice‚Äú-Beispiele aus EU-Staaten werden nachfolgend vorgestellt:

Beispiel: Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenschutz

D√§nemark und Frankreich haben √§hnlich wie Deutschland Demonstrationsbetriebe zur Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes eingerichtet, diese Betriebe tragen mit der Durchf√ľhrung von Hoftagen aktiv zur Demonstration und Diskussion praxisrelevanter L√∂sungen bei.

In D√§nemark sind sieben Demonstrationsbetriebe in verschiedenen Produktionszweigen (Ackerbau, Apfelanbau und Zierpflanzenbau) eingerichtet worden. Diese Betriebe bearbeiten jeweils eine spezifische Problemstellung ihres Betriebes, dazu geh√∂ren zum Beispiel die Unkrautbestimmung und -kontrolle, die Anwendung und Weiterentwicklung von Prognosesystemen, biologischer Pflanzenschutz und Fragen der Fruchtfolgegestaltung.  Die einzelnen Betriebe erhalten eine intensive vor-Ort Beratung. Schwerpunkte sind die L√∂sung regionaler Pflanzenschutzprobleme und die Reduzierung der Risiken f√ľr die menschliche Gesundheit und die Umwelt zu erreichen. 

In Frankreich wurde ein Netzwerk von 2000 Demonstrationsbetrieben in den unterschiedlichsten Anbausystemen geschaffen. Jeweils 10 Betriebe bilden eine Gruppe und werden durch einen Berater zu Fragen des integrierten Pflanzenschutzes beraten. Ziel ist, dass die Betriebe Anbauverfahren mit geringem Pflanzenschutzmitteleinsatz testen und Daten f√ľr die weitere Analyse von Optionen und Grenzen der Verfahren zur Verf√ľgung stellen

Beispiel: Checklisten IPS zur Eigenbewertung

Einige Mitgliedsstaaten (Belgien, D√§nemark, Irland und Tschechien) entwickeln Checklisten f√ľr die Anwender zum integrierten Pflanzenschutz (IPS), die sich an den allgemeinen Grunds√§tzen des integrierten Pflanzenschutzes orientieren. Diese Checklisten dienen der Motivation und Eigenbewertung der Landwirte und Anbauer.

R√ľckblick: Erarbeitung der Nationalen Aktionspl√§ne in den Mitgliedsstaaten

Die Nationalen Aktionspl√§ne wurden in den einzelnen Mitgliedsstaaten der EU in intensiven Dialogprozessen unter Beteiligung der Interessensgruppen und in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Komitees erarbeitet. Einige Mitgliedsstaaten der EU hatten - wie D√§nemark seit 1986 und Deutschland seit 2005 ‚Äď bereits national Programme zur Reduzierung m√∂glicher Risiken im Zusammenhang mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln aufgelegt und haben diese an diese angepasst.

In Deutschland wurde auf verschiedenen Fachworkshops √ľber die Entwicklung der nationalen Aktionspl√§ne in anderen EU-Mitgliedstaaten berichtet. Auf der Sitzung des Forums Nationaler Aktionsplan Pflanzenschutz im Dezember 2013 in Berlin wurde ein √úberblick √ľber die Nationalen Aktionspl√§nen der EU-Mitgliedstaaten gegeben:

Tischvorlage "Überblick Nationale Aktionspläne", NAP-Forum 2013 (Silke Dachbrodt-Saaydeh, JKI) (pdf-Datei)

Vortrag "Überblick Nationale Aktionspläne", NAP-Forum 2013 (Silke Dachbrodt-Saaydeh, JKI) (pdf-Datei)