Der Nationale Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP) hat sich zum Ziel gesetzt, die Risiken der Anwendung von Pflanzenschutzmittel für den Naturhaushalt zu senken. Für die Stabilität und Funktion des Naturhaushalts ist die Biodiversität in der Agrarlandschaft von besonderer Relevanz. Sie hat auch eine Bedeutung für den Pflanzenschutz, weil sie wesentlich zur natürlichen Regulierung von Schadorganismen beiträgt. Gleichzeitig gilt es, das Risiko für negative Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch Pflanzenschutzmaßnahmen, insbesondere durch die Anwendung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel, zu minimieren. Vor diesem Hintergrund hat sich die AG „Risikoreduzierung Umwelt“ des Forums NAP damit befasst, wie in der landwirtschaftlichen Praxis Maßnahmen zur Biodiversitätsförderung ausgestaltet sein sollten. Die AG-Mitglieder tauschten sich über aktuelle Projekte im Bereich Ackerbau und Obstbau aus und informierten sich bei einer Exkursion über die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung von Maßnahmen. Die Erkenntnisse aus diesem Austausch hat die AG in einer aktuellen Stellungnahme zusammengefasst und jetzt veröffentlicht.
In ihrer Stellungnahme empfiehlt die AG, die Förderung von Biodiversität in der Agrarlandschaft in der künftigen Agrarpolitik stärker zielgerichtet und kooperativ auszugestalten. Anhand einiger grundlegender Prinzipien wird dargelegt, was bei der Ausgestaltung der Förderung mitbedacht werden sollte. Mit ihrer Stellungnahme will die AG zur Umsetzung der Richtlinie 2009/128/EG und des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz beitragen. So ist im NAP unter anderem als Ziel gesetzt, den Anteil von Lebens- und Rückzugsräumen in der Agrarlandschaft, die zur Schonung und Förderung von Nutz- und Nichtzielorganismen beitragen, zu erhöhen.
Stellungnahme der AG „Risikoreduzierung Umwelt“ zum Thema „Biodiversitätsförderung“ (pdf-Datei)
Über die AG „Risikoreduzierung Umwelt“ des Forums NAP
Die Arbeitsgruppe „Risikoreduzierung Umwelt“ befasst sich mit den Themen „Pflanzenschutz und Gewässerschutz“ und „Pflanzenschutz und Biodiversität“ im Nationalen Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (NAP). Sie analysiert neue Erkenntnisse, identifiziert Handlungsbedarf und entwickelt Vorschläge für die Weiterentwicklung des NAP zu diesen Themenbereichen. Als Bestandteil des Forums NAP arbeitet sie diesem fachlich zu und unterbreitet Vorschläge für Empfehlungen. Im Forum sind die für den NAP zuständigen Bundes- und Landesbehörden sowie die von den NAP-Themen betroffenen Bundesverbände vertreten. Das Forum dient als Plattform zum Austausch der verschiedenen Stakeholder zur Umsetzung des NAP und zu aktuellen Fragen des Pflanzenschutzes. Gleichzeitig berät es mit seinen Empfehlungen die Bundesregierung und die Länder zum NAP.
Weitere Informationen zum Forum NAP und seinen Arbeitsgruppen sind auf der NAP-Webseite abrufbar: www.nap-pflanzenschutz.de/gremien