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Risikoreduzierung

Schutz von Anwendern und Verbrauchern

Schutz von Anwendern und Verbrauchern

Ein Ziel des Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz (NAP) ist es, Risiken f√ľr die menschliche Gesundheit, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein k√∂nnen, weiter zu reduzieren. Die Verbesserung des Anwender- und Verbraucherschutzes sowie der Schutz unbeteiligter Dritter sind deshalb wichtige Themenbereiche des Nationalen Aktionsplans.

Menschen können auf verschiedene Weise mit Pflanzenschutzmitteln in Kontakt kommen. Dies kann geschehen als:

  • Anwender von Pflanzenschutzmitteln wie Landwirte oder auch Haus- und Kleing√§rtner
  • Arbeiter in Landwirtschaft, Forst und Gartenbau zum Beispiel bei Pflege- oder Erntearbeiten in einer behandelten Kultur
  • Unbeteiligter Dritter ‚Äď Hierzu geh√∂ren zum Beispiel Nutzer von √∂ffentlichen Fl√§chen wie Parks oder Sportpl√§tzen, Anwohner von land- oder forstwirtschaftlich genutzten Fl√§chen oder auch Passanten wie Spazierg√§nger auf einem Feldweg ‚Äď oder als
  • Verbraucher beim Verzehr von Lebensmitteln, die R√ľckst√§nde von Pflanzenschutzmitteln enthalten.

Der Gesundheitsschutz beginnt bereits im Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln. Nach geltendem Recht d√ľrfen Pflanzenschutzmittel nur zugelassen werden, wenn sie keine sofortigen oder verz√∂gerten sch√§dlichen Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben. Das Bundesinstitut f√ľr Risikobewertung (BfR) pr√ľft im Zulassungsverfahren die m√∂glichen gesundheitlichen Risiken f√ľr die oben genannten Personengruppen. Anhand der Risikobewertung des BfR legt das Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Vorgaben zur sachgerechten Anwendung des Pflanzenschutzmittels fest. Zus√§tzlich erteilt es mit der Zulassung Auflagen und Anwendungsbestimmungen zum Schutz von Anwendern, Arbeitern und unbeteiligten Dritten sowie zum Schutz von Verbrauchern.

Auf verschiedenen Ebenen, zum Beispiel durch die Pflanzenschutzdienste oder die Lebensmittel√ľberwachung der L√§nder, werden die vorgeschriebenen Ma√ünahmen zur Reduzierung von Gesundheitsrisiken kontrolliert.

Anwenderschutz und Schutz unbeteiligter Dritter im NAP

Um den Schutz von Anwendern und Arbeitern sowie den Schutz unbeteiligter Dritte bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu verbessern, wurden verschiedene Ziele und Ma√ünahmen formuliert. So sollen Pflanzenschutzma√ünahmen optimiert und Aus- und Fortbildungsprogramme sowie Kontrollen etabliert werden. Zum Schutz unbeteiligter Dritter sind Ma√ünahmen zu etablieren, um die Abdrift von Pflanzenschutzmitteln auf angrenzende Fl√§chen weiter zu reduzieren. Zur √úberpr√ľfung, ob die bestehenden Ma√ünahmen im Bereich des Schutzes von Anwendern und Arbeitern sowie unbeteiligter Dritter eingehalten werden, wurde im Rahmen des Nationalen Aktionsplans eine bundesweite Befragung durchgef√ľhrt. Ziel dieser Befragung war auch, vorhandene L√ľcken und den Handlungsbedarf f√ľr zuk√ľnftige Ma√ünahmen aufzuzeigen.

Bundesweite Befragung zur Verbesserung des Schutzes von Anwendern und Arbeitern sowie des Schutzes unbeteiligter Dritter bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Schutz beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln

Zur sachgerechten Anwendung von Pflanzenschutzmittel geh√∂rt auch die geeignete Schutzausr√ľstung. Das BVL legt bei der Zulassung eines Pflanzenschutzmittels fest, welche Schutzausr√ľstung bei welchen Arbeiten erforderlich ist. Der Anwender findet diese Vorgaben in der Gebrauchsanleitung des jeweiligen Pflanzenschutzmittels. Die einzelnen Elemente der Schutzausr√ľstung wie Handschuhe oder Arbeitskleidung m√ľssen zus√§tzlich gewisse technische Anforderungen erf√ľllen, um einen ausreichenden Gesundheitsschutz sicherzustellen. Das BVL beschreibt in einer Richtlinie die Anforderungen an die pers√∂nliche Schutzausr√ľstung, die im Zulassungsverfahren zugrunde gelegt werden.

Richtlinie ‚ÄěPers√∂nliche Schutzausr√ľstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln‚Äú

Mindestabstände zum Schutz von unbeteiligten Dritten

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist auf den Schutz von unbeteiligten Personen in der Umgebung der Behandlungsfläche zu achten. Dazu gehören Personen, die in der direkten Nachbarschaft wohnen oder die sich zeitweise in der Umgebung der behandelten Fläche aufhalten. Das BVL hat in einer Bekanntmachung Mindestabstände zu unbeteiligten Dritten festgelegt. Die Abstände gelten zu:

  • Grundst√ľcken mit Wohnbebauung
  • privat genutzten G√§rten
  • Fl√§chen, die f√ľr die Allgemeinheit bestimmt sind (zum Beispiel √∂ffentliche Sportpl√§tze, Parkanlagen oder Schulh√∂fe) und
  • umstehenden Personen (zum Beispiel Spazierg√§nger, Radfahrer)

Bei Spritz- und Spr√ľhanwendungen darf ein Abstand von zwei Meter in Fl√§chenkulturen und f√ľnf Meter in Raumkulturen nicht unterschritten werden. Nach guter fachlicher Praxis im Pflanzenschutz sind diese Abst√§nde durch berufliche Anwender wie Landwirte oder G√§rtner grunds√§tzlich einzuhalten. Sind im Einzelfall gr√∂√üere Abst√§nde festgelegt, ist dies in der Gebrauchsanleitung des Pflanzenschutzmittels vorgegeben.

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Verbraucherschutz und R√ľckstandsh√∂chstgehalte

Bei einer Anwendung von Pflanzenschutzmitteln k√∂nnen R√ľckst√§nde im Erntegut nicht immer vermieden werden. Zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern d√ľrfen diese R√ľckst√§nde nicht die gesetzlich zul√§ssigen R√ľckstandsh√∂chstgehalte (RHG) f√ľr Lebens- und Futtermitteln √ľberschreiten. Die zul√§ssigen RHG werden so niedrig wie m√∂glich festgesetzt.

Im Rahmen der Lebensmittel√ľberwachung √ľberpr√ľfen die zust√§ndigen L√§nderbeh√∂rden, ob Lebens- und Futtermittel die zul√§ssigen RHG f√ľr Pflanzenschutzmittelwirkstoffe einhalten. Dabei werden sowohl einheimische als auch eingef√ľhrte Produkte erfasst. Die Ergebnisse der L√§nder werden durch das BVL in einem j√§hrlichen Bericht zusammengefasst und ausgewertet.

Die Nationale Berichterstattung Pflanzenschutzmittelr√ľckst√§nde bildet die Basis, um den NAP-Indikator ‚ÄěQuote der √úberschreitung der R√ľckstandsh√∂chstgehalte‚Äú zu ermitteln.

Der Indikator ‚ÄěQuote der √úberschreitung der R√ľckstandsh√∂chstgehalte‚Äú zeigt die Entwicklung der √úberschreitung der R√ľckstandsh√∂chstgehalte von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln in allen Produktgruppen bei allen einheimischen und eingef√ľhrten Produkten.

Zum Indikator ‚ÄěQuote der √úberschreitung der R√ľckstandsh√∂chstgehalte‚Äú

Das BfR hat im Februar 2019 eine Erweiterung und Erg√§nzung dieses Indikators vorgeschlagen. Das neue Indikatorenset soll zus√§tzlich auf Basis der toxikologischen Grenzwerte das potentielle Gesundheitsrisiko f√ľr Verbraucherinnen und Verbraucher durch Pflanzenschutzmittelr√ľckst√§nde abbilden. Die Erweiterung wurde vom Forum NAP diskutiert und angenommen.

Zur Sitzung des Forums NAP im Februar 2019

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