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Praxis

Pflanzenschutztechnik

Technische Überprüfung der gleichmäßigen Abgabe der Pflanzenschutzbrühe bei einer Pflanzenschutzspritze, Quelle: JKI

Quelle: JKI

Welche Auswirkungen Pflanzenschutzmittel auf die Umwelt und den Anwender haben, hängt nicht nur von der Beschaffenheit der Mittel selbst ab, sondern auch von ihrer Ausbringung.

Doch während in der EU die Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln seit 1991 in einer EU-Richtlinie geregelt ist, bestanden für Pflanzenschutzgeräte bisher keine EU-weit geltenden gesetzlichen Vorschriften. Das hat sich nun geändert. Die Ingebrauchnahme von Pflanzenschutzgeräten wird inzwischen durch die Richtlinie 2009/127/EG des Europäischen Parlaments und des Rates (Maschinenrichtlinie) geregelt. Hiernach garantiert der Hersteller durch die Vergabe des CE-Zertifikates inkl. einer Konformitätserklärung, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten werden.

Aktivitäten zur Harmonisierung der Prüfstandards

Um die Harmonisierung der Prüfstandards für in Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte im europäischen Raum voranzubringen, hat das Institut für Anwendungstechnik im Pflanzenschutz des JKI bereits im Jahr 2004 eine Workshop-Reihe ins Leben gerufen. Bisher fanden in dieser Reihe 5 SPISE-Workshops in verschiedenen Europäischen Mitgliedsstaaten statt. Diese waren darauf ausgerichtet, die zwischenzeitlich in der EU gesetzlich vorgeschriebene Prüfpflicht für in Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte gemäß Artikel 8 der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie zu erläutern und den weiteren Handlungsbedarf für die Mitgliedsstaaten aufzuzeigen.

Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie und Gestaltungsspielraum der Mitgliedstaaten

Bereits während des Gesetzgebungsprozesses der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie zeichnete sich ab, dass entsprechend des "Subsidiaritätsprinzips" seitens der EU nur ein gesetzlicher Rahmen mit einigen wesentlichen Kriterien vorgegeben wird. Diesen Rahmen müssen die Mitgliedsstaaten ausfüllen und spezifizieren. Hierbei erhalten die Mitgliedstaaten die Flexibilität und den Gestaltungsspielraum den sie brauchen, um die Überprüfung der in Gebrauch befindlichen Geräte unter Berücksichtigung der eigenen Erfahrungen an die nationalen Gegebenheiten anpassen zu können.

Gemäß Artikel 8 Absatz (1) und 8 Absatz (2) der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie müssen die Mitgliedstaaten für im Gebrauch befindliche Pflanzenschutzgeräte regelmäßige Kontrollen einführen, deren Zeitintervall bis 2020 max. 5 Jahre und danach max. 3 Jahre betragen darf. Zudem müssen alle Geräte bis spätestens 2016 einmal überprüft worden sein. Diese Regelungen werden als sehr zweckmäßig angesehen, da hiermit alle Mitgliedstaaten wiederkehrende Kontrollen durchführen müssen, ohne dass die Mitgliedstaaten, die bereits einen engen Kontrollrhythmus eingeführt haben und damit über ein höheres Schutzniveau verfügen, zu einer Angleichung, d.h. Lockerung, verpflichtet werden. In Deutschland wurden die Anforderungen zur Gerätekontrolle mit der Pflanzenschutzgeräteverordnung (Verordnung über die Neuordnung pflanzenschutzrechtlicher Verordnungen vom 27. Juni 2013) in nationales Recht umgesetzt.

Übersicht zu den Pflanzenschutzgeräten gemäß Artikel 8 der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie, Quelle: JKI

Übersicht zu den Pflanzenschutzgeräten gemäß Artikel 8 der Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie, Quelle: JKI