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Praxis

Kupfer als Pflanzenschutzmittel

Mehltau an einer Weinrebe

© bildlove - stock.adobe.com

Kupferhaltige Pflanzenschutzmittel haben auch heute noch eine große Bedeutung bei der Krankheitsabwehr Falscher Mehltaupilz in Dauerkulturen. Im Ökologischen Landbau sind kupferhaltige Präparate nicht selten die einzige Möglichkeit, diese Pilzkrankheiten zu regulieren. Im konventionellen Landbau werden sie im Rahmen eines notwendigen Wirkstoffwechsels und eines erfolgreichen Resistenzmanagements erfolgreich genutzt.

Als Folgen einer langjährigen Anwendung kupferhaltiger Präparate, insbesondere bei hohen Aufwandmengen in der Vergangenheit, werden dessen Anreicherung im Boden sowie die Auswirkung auf Bodenorganismen kritisch diskutiert. Sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene sind Prozesse angelaufen mit dem Ziel, künftig die Kupferanwendung weiter zu minimieren sowie den aktuellen Belastungszustand des Bodens zu erfassen. Diese Aktivitäten sind unabhängig vom Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz.

Kupferminimierungsstrategie

Den rechtlichen Rahmen hat die EU-Kommission mit der Richtlinie 2009/37/EG vom 23. April 2009 gesetzt, durch die Kupfer in den Anhang I der Richtlinie 91/414/EWG mit einer Frist bis November 2016 aufgenommen wurde. Für die Mitgliedstaaten war damit die Auflage verbunden, Maßnahmen zur Reduzierung der Kupferanwendung zu ergreifen.

Vor diesem Hintergrund wurde in Deutschland von den betroffenen Verbänden eine Kupferminimierungsstrategie erarbeitet mit dem Ziel, die derzeit erlaubte jährliche Gesamtmenge an Reinkupfer bei der Anwendung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel von 3 kg/ha (bei Hopfen 4 kg/ha) weiter zu reduzieren.

Einen umfassenden Überblick über die Aktivitäten zur Kupferminimierung, die Hintergründe sowie zur Forschung in diesem Bereich gibt das JKI-Themenportal "Kupfer". Dort ist auch das Strategiepapier, das die ökologischen Anbauverbände in Zusammenarbeit mit den konventionellen Verbänden erarbeitet haben, hinterlegt:

Strategiepapier zu Kupfer als Pflanzenschutzmittel unter besonderer Berücksichtigung des Ökologischen Landbaus

Monitoring der Kupferbodengehalte

Eine weitere Forderung der Europäischen Kommission an die Mitgliedstaaten ist, ein zulassungsbegleitendes Monitoring der Kupferbodengehalte zu etablieren (Richtlinie 2009/37/EG vom 23. April 2009). Deutschland hat zu diesem Zweck eine Steuerungsgruppe unter Federführung des JKI eingerichtet, welche die Aktivitäten der am Prüfungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel zuständigen Behörden abstimmt. Zudem hat das JKI in den Jahren von 2009 bis 2011 Untersuchungen zu Kupferbelastungen auf ökologisch und/oder konventionell bewirtschafteten Sonderkulturflächen durchgeführt (Wein-, Hopfen- und Baumobstbau). Auf Basis dieser Daten wurden den Zulassungsbehörden geeigneter Monitoringflächen vorgeschlagen, auf denen die Auswirkung der Kupferanwendungen auf das Bodenleben untersucht werden sollen. Die Erhebungsergebnisse sowie weitere Details werden auf der JKI-Website dargestellt:

Kupferbelastung in Sonderkulturen

Jährlich werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Fachgespräche zum Themenkreis "Kupfereinsatz im Pflanzenschutz" organisiert. Die Ergebnisse werden über das JKI-Themenportal kommuniziert.

JKI-Themenportal Kupfer

Informationen zum Thema auf Ökolandbau.de