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Nachrichten-Archiv

08.04.2014Stellungnahme des Thünen-Instituts zum Greening der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU nach 2013

Wissenschaftler bewerten die Reform hinsichtlich einer Verbesserung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft kritisch und empfehlen möglichst schnell eine ökologische Begleitforschung zu etablieren.

Von der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik werden voraussichtlich nur geringe Impulse für eine Verbesserung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft ausgehen. Wissenschaftler des Thünen-Instituts haben die Politikbeschlüsse der EU zum sogenannten Greening analysiert und unterschiedliche Optionen zur Ausgestaltung des EU-Rahmens in Deutschland bewertet. Sie empfehlen, möglichst schnell eine ökologische Begleitforschung zum Greening und ein Monitoring der biologischen Vielfalt aufzubauen, um eine wissenschaftliche Basis für eine Bewertung der Auswirkungen der Agrarpolitik auf die Umwelt und die fortlaufende Optimierung des Greenings zu schaffen.

Die Ökologisierung der Agrarpolitik stellt ein wichtiges Anliegen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) dar. Hierbei kommt der "Begrünung" der Direktzahlungen eine besondere Bedeutung zu. Landwirte erhalten nur dann Direktzahlungen in voller Höhe, wenn sie Mindeststandards in Bezug auf die Kulturpflanzenvielfalt und die Erhaltung von Dauergrünland erfüllen sowie mindestens 5 % ihrer Ackerfläche im Umweltinteresse nutzen.

Derzeit werden die zur konkreten Umsetzung der Verordnungen zur GAP ab 2014 notwendigen Rechtstexte erarbeitet. Die nationalen Parlamente erörtern zeitgleich bereits die Frage, wie die Mitgliedstaaten die diversen Ausgestaltungsoptionen nutzen sollten, die der EU-Rechtsrahmen eröffnet. Das Thünen-Institut hat diesen Prozess durch mehrere Untersuchungen in den vergangenen Monaten unterstützt, die von der Homepage im Pfad Aktuelles/Downloads kostenlos heruntergeladen werden können.

Die jüngste Studie "Faktencheck Agrarreform: Biodiversitätsrelevante Regelungen zur nationalen Umsetzung des Greenings der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU nach 2013" zeigt, dass die EU-Agrarreform voraussichtlich nur geringe Verbesserungen für die biologische Vielfalt in Agrarlandschaften bringen wird. Teilweise kann es durch das Zusammenwirken verschiedener Komponenten des neuen agrarpolitischen Regelwerks sogar zu einer Verschlechterung der Biodiversität kommen.

Auch wenn der nationale Gestaltungsspielraum maximal ausgeschöpft wird, bleibt festzuhalten: Mit den für Deutschland vorgesehenen Zahlungen für das Greening (ca. 1,5 Mrd. Euro pro Jahr) ließe sich ein deutliches Mehr an Umwelt- und Klimaschutzleistungen erzielen, wenn diese Mittel stärker räumlich und inhaltlich gelenkt und zur Aufstockung regional differenzierter, zielgerichteter Agrarumweltmaßnahmen verwendet würden. Solche Agrarumweltmaßnahmen werden z. B. in den Programmen zur ländlichen Entwicklung oder im Vertragsnaturschutz angeboten.

Zur Pressemitteilung des Thünen-Instituts