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Integrierter Pflanzenschutz

Pflanzenschutz im √Ėkologischen Landbau

Pflanzenschutz im √Ėkologischen Landbau

Der √Ėkologische Landbau strebt ein ressourcenschonendes und umweltvertr√§gliches Wirtschaften an, das sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert.

Die allgemeinen Grunds√§tze des integrierten Pflanzenschutzes sind auch im √Ėkologischen Landbau ma√ügebend im Pflanzenschutz und rechtlich bindend. Ein wesentlicher Unterschied zum konventionellen Anbau besteht im grunds√§tzlichen Verzicht auf bestimmte Produktionsmittel insbesondere im Bereich des Pflanzenschutzes und der D√ľngung.

Zu den Grundsätzen des integrierten Pflanzenschutzes

Pflanzenschutzmaßnahmen im ökologischen Landbau

Aufgrund des Verzichts bestimmter Produktionsmittel stehen im Bereich Pflanzenschutz vorbeugende Ma√ünahmen zur Regulierung von Krankheiten und Sch√§dlingen im Vordergrund Hierzu werden pflanzenbauliche Ma√ünahmen wie Fruchtfolge, D√ľngung, Bodenbearbeitung oder Sortenwahl aufeinander abgestimmt. Die F√∂rderung nat√ľrlicher Regulierungsprozesse und von N√ľtzlingen hat ebenfalls eine hohe Priorit√§t. Im Sinne des Betriebskreislaufs soll im √Ėkologischen Landbau der Einsatz externer Betriebsmittel wie D√ľnge- oder Pflanzenschutzmittel so weit wie m√∂glich reduziert werden.

Bei direkten Pflanzenschutzma√ünahmen wird im √Ėkologischen Landbau vorwiegend versucht, auf verschiedene physikalische oder biologisch-biotechnische Verfahren zur√ľckzugreifen. So erfolgt die Unkrautregulierung in der Regel mechanisch mit Ger√§ten wie dem Striegel oder der Hacke. Im Gem√ľse- und Obstbau werden durch Netzabdeckungen Sch√§dlinge aus der Kultur ferngehalten.

Weitere Informationen zu

Wenn Sch√§dlinge und Krankheiten nicht hinreichend mit anderen Ma√ünahmen reguliert werden k√∂nnen, finden im √Ėkologischen Landbau naturstoffliche Pflanzenschutzmittel, die auf pflanzlichen, tierischen, mikrobiellen oder mineralischen Inhaltstoffen basieren, Anwendung. Im √∂kologischen Landbau sind kupferhaltige Pr√§parate vor allem im Wein-, Obst- und Hopfenbau die einzige M√∂glichkeit, bestimmte Pilzkrankheiten zu regulieren.

Weitere Informationen zu Kuper als Pflanzenschutzmittel

Gesetzliche Regelungen zum Pflanzenschutz im √Ėkologischen Landbau

Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln im √Ėkologischen Landbau ist durch EU- Rechtsvorschriften geregelt. Die Durchf√ľhrungsverordnung (EG) Nr. 889/2008 zur europ√§ischen √Ėko-Basisverordnung (EG) Nr. 834/2007 enth√§lt im Anhang II alle Wirkstoffen, die im √∂kologischen Landbau angewendet werden d√ľrfen. Pflanzenschutzmittel mit Wirkstoffen, die nicht auf dieser Positivliste aufgef√ľhrt sind, sind im √∂kologischen Landbau verboten.

Dar√ľber hinaus d√ľrfen in Deutschland grunds√§tzlich nur solche Pflanzenschutzmittel angewendet werden, die vom Bundesamt f√ľr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nach den Vorgaben des Pflanzenschutzgesetzes zugelassen sind. Das BVL ver√∂ffentlicht regelm√§√üig eine Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel, die im √Ėkologischen Landbau eingesetzt werden k√∂nnen:

Weitere Informationen auf der Webseite des BVL

Weiterhin sind auch Grundstoffe gem√§√ü Artikel 23 der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 zum Pflanzenschutz im √Ėkologischen Landbau anwendbar, wenn diese pflanzlichen oder tierischen Ursprungs sind und nicht als Herbizid angewendet werden. Beispiele hierf√ľr sind Lebensmittel wie Molke, Essig oder Senfsaat.

Weitere Informationen zu Pflanzenschutzmitteln und Grundstoffen

Pflanzenst√§rkungsmittel d√ľrfen grunds√§tzlich im √Ėkolandbau zur allgemeinen Gesunderhaltung der Pflanzen angewendet werden oder wenn sie dazu bestimmt sind, Pflanzen vor nichtparasit√§ren Beeintr√§chtigungen zu sch√ľtzen.

√Ėkologisch wirtschaftende Betriebe werden mindestens einmal im Jahr kontrolliert, ob sie alle gesetzlichen Vorschriften, einschlie√ülich der Beschr√§nkungen f√ľr Pflanzenschutzmittel, erf√ľllen. Die Kontrollen werden durch private Kontrollstellen durchgef√ľhrt, die durch die Bundesanstalt f√ľr Landwirtschaft und Ern√§hrung (BLE) zugelassen und √ľberwacht werden.

Neben den gesetzlichen Vorgaben k√∂nnen die einzelnen Anbauverb√§nde des √Ėkologischen Landbaus weitergehende Einschr√§nkungen f√ľr die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln oder von weiteren Betriebsmitteln wie Pflanzenst√§rkungsmittel f√ľr ihre Mitglieder privatrechtlich festlegen.

Der √Ėkologische Landbau im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutz

Im Rahmen des Nationalen Aktionsplans und der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist angestrebt, den Anteil des ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf 20 % in den nächsten Jahren zu erhöhen.

Im Nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz wird angestrebt, die Einf√ľhrung und Weiterentwicklung von Pflanzenschutzverfahren mit geringen Pflanzenschutzmittelanwendungen im Rahmen des integrierten Pflanzenschutzes zu f√∂rdern. Dazu geh√∂rt, den Anteil praktikabler nicht-chemischer Ma√ünahmen in den Pflanzenschutzkonzepten, zum Beispiel durch biologische, biotechnische oder mechanische Pflanzenschutzverfahren, weiter auszubauen.

Ein wichtiges F√∂rderinstrument auf Bundesebene ist das Bundesprogramm √Ėkologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (B√ĖLN) des Bundesministeriums f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft (BMEL). Die im Jahr 2017 vom BMEL ver√∂ffentlichte Zukunftsstrategie √∂kologischer Landbau setzt F√∂rderschwerpunkte und beschreibt auch f√ľr den Bereich Pflanzenschutz Handlungsfelder und Ma√ünahmenpakete.

Zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

Zum Bundesprogramm √Ėkologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (B√ĖLN)

Zur Zukunftsstrategie √Ėkologischer Landbau des BMEL