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Indikatoren/Forschung

SYNOPS – Risikoindex für terrestrische Nichtzielorganismen

SYNOPS – Risikoindex für terrestrische Nichtzielorganismen

Stand: 09.12.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzieren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung im Bereich der Biologischen Vielfalt wird u.a. der Indikator „SYNOPS – Risikoindex für terrestrische Nichtzielorganismen“ herangezogen, mit dem das Risiko gegenüber terrestrischen Nichtzielorganismen erfasst werden soll. Angestrebt wird bis 2018 bzw. bis 2023 das Risiko gegenüber dem Basiswert (Mittelwert der Jahre 1996 - 2005) um 20 bzw. 30 % zu senken.

Beschreibung

SYNOPS ist ein, vom Julius Kühn-Institut entwickeltes, computergestütztes Modell zur quantitativen Abschätzung des Umweltrisikos von Pflanzenschutzmaßnahmen. Es können relative Veränderungen von Risiken für terrestrische Ökosysteme (Boden und Saumbiotope) berechnet werden, die durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln entstehen. Dabei werden die Risiken von Herbiziden, Fungizi-den und Insektiziden auf verschiedene stellvertretende Organismen errechnet. Als Stellvertreter für im Boden lebende Organismen werden Regenwürmer und Collembolae herangezogen. Die in Saumbioto-pen lebenden Referenzorganismen sind Honigbienen, Raubmilben und Brackwespen. Mit SYNOPS wird berechnet, wie stark diese Stellvertreterorganismen mit Pflanzenschutzmitteln unbeabsichtigt in Berührung kommen können (Exposition) und setzt diese Exposition ins Verhältnis zu der im Labor unter Standardbedingungen ermittelten Giftigkeit der Mittel für diese Organismen (Toxizität). Es ent-steht also für jede Maßnahme bzw. für jede Spritzfolge und für jeden Stellvertreterorganismus eine solche Verhältniszahl (SYNOPS- Risikoindex).

Diagramm

Aussage

Die Abbildungen zeigen die Trendkurven der berechneten Ergebnisse.

Die Trendbilder zeigen bei den Insektiziden eine deutliche Abnahme des Risikoindex für Bodenorganismen und Nicht-Ziel-Arthropoden (NTA) Das Risiko für NTA nahm bis zum Bewertungszeitraum 2017-19 um 71 % und das Risiko für Bodenorganismen um 74 % ab.

Bei den Fungiziden konnte eine deutliche Zunahme des Risikos für Bodenorganismen gegenüber dem Basiszeitraum beobachtet werden. Bis zum Bewertungszeitraum 2017-19 nahm der Risikoindex für Bodenorganismen geringfügig um 18 % zu. Das Risiko der Nicht-Ziel-Arthropoden (NTA) zeigte dagegen bis zum Bewertungszeitraum 2017-19 eine deutliche Abnahme um 40 %.

Bei den Herbiziden zeigen die Risikoindizes eine Zunahme des Risikos für Bodenorganismen und NTA. Das Risiko für Bodenorganismen blieb dagegen auf dem Niveau des Basiszeitraumes. Im Bewertungszeitraum 2017-19 nahmen die Indizes gegenüber dem Basiszeitraum um 33 % zu bzw. nur geringfügig um 4 % ab.

Das Ziel einer Reduktion um 20 % gegenüber der Basis bis zum Jahr 2018 wurde ebenfalls nur für die Nicht-Ziel-Arthropoden bei den Insektiziden und Herbiziden und für die Bodenorganismen bei den Insektiziden erreicht. Für dieses Ziel liegt der Zielerreichungsgrad der drei Wirkstoffgruppen im Zeitraum 2017-19 für die Bodenorganismen bei 43 % und für die Nicht-Ziel-Arthropoden bei 67 % oder für beide Organismengruppen im Mittel bei 54 %.

Das Biodiversitätsziel, das Risikopotentials der angewendeten Pflanzenschutzmittel für terrestrische Nichtzielorganismen um 30 % gegenüber dem Basiswert (Mittelwert der Jahre 1996 - 2005) zu senken, wurde im Zeitraum 2017-19 für das akute Risiko für NTA bei den Insektiziden und Fungiziden und für die Bodenorganismen bei den Insektiziden bereits erreicht. Der Zielerreichungsgrad für dieses Ziel beträgt für beide Organismengruppen im Mittel 52 %.

Weiterführende Informationen