Springe zum Hauptinhalt der Seite

Indikatoren/Forschung

Quote der festgestellten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht

Quote der festgestellten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht

Stand: 02.11.2020

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzie-ren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung wird u.a. der Indikator "Quote der festgestellten Verstöße gegen das Pflanzenschutzrecht" herangezogen, der angibt, in welchen Bereichen bei Kontrollen Ver-stöße festgestellt wurden.

Beschreibung

Als Maß für festgestellte Verstöße bei der Überwachung werden für ausgewählte Kontrollbereiche die Beanstandungsquoten in Prozent aus systematischen Kontrollen dargestellt. Diese Daten werden im Rahmen des Pflanzenschutzkontrollprogramms erfasst und berichtet. Dabei ist zu beachten, dass die Auswahl der Betriebe risikoorientiert erfolgt. Eine Verallgemeinerung der Ergebnisse ist daher nicht möglich.

Die Länder führen die Fachrechtskontrollen seit 2004 nach abgestimmten Methoden und jährlich auf-gestellten Kontrollplänen durch. Neben dem Standardprogramm werden regelmäßig bundesweite Kontrollschwerpunkte vereinbart, wie beispielsweise die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Kernobst, in Gemüse und Salat, in Zierpflanzen oder auf Nichtkulturlandflächen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) unterstützt die Kontrollen durch Laboranalysen von Pflanzenschutzmitteln, die Erstellung und Veröffentlichung der Jahresberichte des Pflanzenschutz-Kontrollprogramms und andere Serviceleistungen.

Diagramm

Aussage

Für einzelne Kontrolltatbestände sind grafisch die Beanstandungsquoten aus den systematischen Kontrollen dargestellt. Damit wird angegeben, wie hoch der Prozentsatz der Verstöße gegen eine der bestehenden Pflanzenschutzvorschriften ist. Alle Beanstandungsquoten beziehen sich auf die Anzahl kontrollierter Betriebe.

Die zugrundeliegenden Daten stammen aus dem "Jahresbericht Pflanzenschutz-Kontrollprogramm 2019".

Für den Handel wurden aus dem Bericht die folgenden Kontrolltatbestände ausgewählt und im Diagramm dargestellt:

  • Verkehrsfähigkeit von Pflanzenschutzmitteln,
  • Einhaltung des Selbstbedienungsverbots,
  • Sachkunde des Verkaufspersonals.

Für den Bereich der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind Daten zu folgenden Kontrolltatbeständen aufgeführt:

  • Einsatz nur geprüfter Geräte,
  • Sachkunde des Anwenders,
  • Einhaltung von Anwendungsgebieten und Anwendungsbestimmungen,
  • Dokumentation der Pflanzenschutzmittelanwendungen.

Die Daten des Indikators zeigen, dass das Anbieten von Pflanzenschutzmitteln, die nicht mehr verkehrsfähig sind, mit 35 % ein Hauptgrund für Beanstandungen in Handelsbetrieben war. Bereits das Vorfinden eines einzigen Pflanzenschutzmittels im gesamten Sortiment, das nicht mehr verkauft werden darf, führt zu einer Beanstandung. Die Beanstandungsquote gibt somit keinen Aufschluss darüber, wie hoch der Anteil nicht verkehrsfähiger Pflanzenschutzmittel im Sortiment ist. Bei 13 % der Betriebe wurden beanstandet, da die Sachkunde der Mitarbeiter nicht ausreichend war. Insbesondere bei Internethändlern gab es vergleichsweise viele Beanstandungen. Die Beanstandungsquote bezogen auf die kontrollierten Verkäufer liegt deutlich niedriger (4 %). Bemängelt wurde neben fehlenden Sachkundenachweisen auch fehlende regelmäßige Fortbildungen.

Bei Anwendungs- und Betriebskontrollen in landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Betrieben zeigen sich insgesamt niedrige Beanstandungsquoten hinsichtlich der im Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte, der Sachkunde der Pflanzenschutzmittelanwender und der Einhaltung der Anwendungsgebiete. Bei den Kontrollen zur Einhaltung von Anwendungsbestimmungen bzw. der Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen wurden bei 5 % bzw. 6 % der kontrollierten Betriebe Beanstandungen festgestellt.

Neben den Kontrolltatbeständen, die sich aus der Überwachung der rechtlichen Vorschriften im Pflanzenschutzbereich ergeben, werden im Jahresbericht die Ergebnisse von bundesweiten Schwerpunktkontrollen berichtet. Diese Kontrollen sind in der Regel ebenfalls fester Bestandteil in der Überwachungstätigkeit der Länder. Im Schwerpunkt erfolgt jedoch eine bundesweit abgestimmte Fokussierung auf bestimmte Anwendungen oder Anwendergruppen, eine detaillierte Darstellung der Ergebnisse und Ursachen für Verstöße und begleitende Aufklärungs- und Informationskampagnen. Im Jahr 2019 wurde wie in den beiden Vorjahren die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln in Beerenobst, Erdbeeren und Weintrauben untersucht. Auf 4 % der systematisch kontrollierten Flächen erfolgte die Anwendung eines Pflanzenschutzmittels nicht gemäß den Zulassungs- oder Genehmigungsbedingungen bzw. das Mittel war in der Kultur nicht zugelassen. Wie auch 2018 wurde die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durch Dienstleister (für die Landwirtschaft, Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus, Hausmeisterdienste und sonstige Dienstleister für Anwendungen z. B. auf Gleisanlagen) kontrolliert. Bei 25 % der systematisch kontrollierten Betriebe wurden Mängel festgestellt. Hauptgründe für Beanstandungen waren die fehlende Anzeige der Tätigkeit beim zuständigen Pflanzenschutzdienst und unzureichende oder fehlende Aufzeichnungen über die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln.

Informationen zu weiteren Kontrollschwerpunkten, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, sind vorherigen Berichten des Pflanzenschutz-Kontrollprogramms zu entnehmen.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen stehen auf der Webseite des BVL zur Verfügung:

Internetseite des BVL "Pflanzenschutz-Kontrollprogramm"