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Indikatoren/Forschung

Fördersituation ökologischer Landbau

Fördersituation ökologischer Landbau

Stand: 30.07.2021

Einleitung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzieren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung wird u.a. der Indikator „Fördersituation ökologischer Landbau“ herangezogen. Der Indikator dokumentiert jährlich die vom Bund und den Ländern (gesamt und aufgeschlüsselt nach Ländern) für die betriebliche Umstellung eingesetzten Fördermittel sowie die für die Fortführung von Ökolandbau (gem. EU-Öko-VO) aufgewendeten Mittel. Für den Indikator wurde kein quantitatives Ziel festgelegt.

Beschreibung

Seit 1989 wird der ökologische Landbau in Deutschland mit zahlreichen und vielfältigen Maßnahmen aus öffentlichen Mitteln gefördert. Zum einen stellen Bund und Länder flächenbezogene Fördermittel für die betriebliche Umstellung und die Fortführung des ökologischen Landbaus zur Verfügung. Die Konkretisierung des Förderangebots, die u.a. neben den Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen auch den ökologischen Landbau betreffen, erfolgt in Deutschland über die Programme der Länder für die ländliche Entwicklung (EPLR), die durch Förderrichtlinien umgesetzt werden. EU-Mittel werden in erster Linie durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bereitgestellt. Im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)" können die Länder eine zusätzliche Kofinanzierung durch den Bund in Anspruch nehmen. Neben der flächenbezogenen Förderung bieten einzelne Bundesländer weitere Maßnahmen zum Beispiel im Rahmen der Agrarinvestitions- oder Absatzförderung. Diese unterstützen auch Maßnahmen in ökologisch wirtschaftenden Betrieben.

Zum anderen werden im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) unterschiedliche Fördermaßnahmen umgesetzt, die auch dem Pflanzenschutz zugutekommen. Durch das BÖLN werden landwirtschaftliche Betriebe beispielsweise während einer Umstellung auf die ökologische Wirtschaftsweise beraten, Messe- und Ausstellungsbeiträge erarbeitet und präsentiert sowie Verbraucherinnen und Verbraucher über den ökologischen Landbau und zum Thema der besonders nachhaltigen Landwirtschaft informiert. Ein wesentliches Element des BÖLN ist auch die Förderung von Forschungs- und Entwicklungsmaßnahmen (FuE-Vorhaben) und des Wissenstransfers, wovon Betriebe des ökologischen Landbaus und Betriebe, die besonders nachhaltige Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes anwenden, profitieren.

Diagramm

Aussage

Flächenbezogene Förderung

2014 wurden die Anforderungen der GAK an die neue ELER-Verordnung für die Förderperiode 2014-2020 ausgerichtet. In diesem Zusammenhang erfolgte eine deutliche Anhebung der Fördersätze für die Einführung und Beibehaltung des ökologischen Anbaus in den GAK-Rahmenplänen ab 2015 (siehe Tabelle 1). Die Länder können die aufgeführten Beträge um bis zu 30 % anheben oder absenken. Die Webseite www.oekolandbau.de/ bietet eine Übersicht der Fördersätze der Bundesländer. Ergänzend wurde ein Kontrollkostenzuschuss eingeführt, den die meisten Bundesländer als ergänzende Fördermaßnahme anbieten.

Durch die Umschichtung von 4,5 Prozent der Finanzmittel von der 1. Säule in die 2. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik standen den Ländern seit 2016 mehr EU-Finanzmittel zur Verfügung, die auch der Förderung des Ökologischen Landbaus zu Gute kommen. Seit 2020 beträgt die Umschichtung 6% und soll in der kommenden Förderperiode von 8% (2022) bis 15% (2026) ansteigen. Für diese umgeschichteten EU-Mittel ist keine nationale Kofinanzierung erforderlich (100 Prozent EU-Finanzierung).

In Tabelle 2 ist die Entwicklung der flächenbezogenen Förderung entsprechend der GAK-Berichterstattung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dargestellt. Details zur Förderung in den einzelnen Bundeländern können den jährlichen GAK-Berichten zum Förderbereich 4: Markt- und standortangepasste Landbewirtschaftung (MSL) entnommen werden (siehe unter „Weitere Informationen“). 2018 und 2019 haben die Anzahl bewilligter Förderanträge sowie der Umfang geförderter Fläche weiter zugenommen. Auch ein Zuwachs bei den öffentlichen Ausgaben war zu verzeichnen.

Weitere Informationen zur Fördersituation im ökologischen Landbau werden im BMEL-Bericht „Ökologischer Landbau in Deutschland, Stand Februar 2021“ gegeben.

Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN)

Der Projektträger BLE hat die Höhe der im Rahmen des BÖLN eingesetzten Forschungsgelder in Millionen Euro pro Jahr für den Zeitraum von 2010 bis 2020 berechnet.

Die Höhe der Forschungsgelder BÖLN wird für geförderte Vorhaben mit Schwerpunkt auf dem ökologischen Landbau (OE) und Vorhaben für andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (NA) erfasst. Die Erkenntnisse, die aus OE-Vorhaben gewonnen werden, sind erstrangig für ökologisch wirtschaftende Betriebe von Nutzen. Integriert wirtschaftende Betriebe können jedoch ebenfalls davon profitieren. Mit NA-Vorhaben werden auch besonders nachhaltige Pflanzenschutzmaßnahmen und -verfahren für den integrierten Pflanzenschutz gefördert. Die Fördermittel für das BÖLN wurden im Jahr 2018 um 10 Millionen Euro und im Jahr 2021 um 5 Millionen Euro auf nun insgesamt gut 33 Millionen Euro erhöht. Der Umfang der eingesetzten Forschungsgelder ist mit 3,508 Mio. Euro (2019) und 4,154 Mio. Euro (2020) angestiegen.