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Indikatoren / Forschung

Behandlungsindex

Stand: 03.10.2018

Beschreibung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzieren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung kann u.a. der Indikator "Behandlungsindex" herangezogen werden, der als Werkzeug zur Beschreibung des Status quo der Behandlungsintensität in der jeweiligen Kultur in dem Erhebungsjahr eingesetzt wird. Der Index ist nicht direkt mit Maßnahmen und Zielen verbunden. Die Daten werden aus dem Vergleichsbetriebsnetz und dem Betriebspanel für die Statistikverordnung (EG) Nr. 1185/2009 gewonnen.

Seit 2011 werden jährlich statistische Erhebungen zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) durchgeführt. Diese Aktivitäten beruhen auf gesetzlichen Vorgaben der EU und der Bundesrepublik Deutschland. Für neun Kulturen wurden kulturspezifische Netze von Erhebungsbetrieben (Panel Pflanzenschutzmittel-Anwendungen: PAPA) aufgebaut. In diesen Betrieben werden Daten zur Berechnung von Behandlungsindizes für die Kulturen Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Äpfel, Hopfen und Wein erhoben.

Als Behandlungsindex wird die Anzahl der angewandten Pflanzenschutzmittel bezogen auf die zugelassene Aufwandmenge und die Anbaufläche bezeichnet. Der Behandlungsindex stellt die Anzahl von Pflanzenschutzmittelanwendungen auf einer betrieblichen Fläche, in einer Kulturart oder in einem Betrieb dar. Dabei berücksichtigt er reduzierte Aufwandmengen und Teilflächenbehandlungen. Bei Anwendungen von Tankmischungen wird jedes Pflanzenschutzmittel gesondert gezählt.

Diagramm

Abb. 1: Entwicklung der Behandlungsindizes im Ackerbau.

Abb. 1: Entwicklung der Behandlungsindizes im Ackerbau. Quelle: JKI



Abb. 2: Entwicklung der Behandlungsindizes in Dauerkulturen

Abb. 2: Entwicklung der Behandlungsindizes in Dauerkulturen, Quelle: JKI

Aussage

Der Behandlungsindex dient als quantitatives Maß zur Beschreibung der Intensität des chemischen Pflanzenschutzes.

Im Durchschnitt der Jahre 2011 bis 2017 liegen die Behandlungsindizes der Ackerbaukulturen zwischen 1,9 (Mais) und 12,2 (Kartoffeln). Für die flächenmäßig am häufigsten angebaute Kultur Winterweizen beträgt der Mittelwert 5,4.

Die Pflanzenschutzintensität in den anderen Kulturen ist wesentlich höher als im Ackerbau (außer im Vergleich mit Kartoffel). Der durchschnittliche BI in den Jahren 2011 bis 2017 ist bei Hopfen 10,7, bei Wein 18,3 und am höchsten im Apfelanbau mit 31,8.

Die Werte für den Indikator "Behandlungsindex" blieben im Zeitraum von 2011 bis 2015 für alle Kulturen relativ konstant. Dagegen war durch das witterungsbedingte, extrem starke Auftreten von Pilzkrankheiten in einigen Kulturen (Wein, Hopfen, Kartoffeln) im Jahr 2016 ein Anstieg der Behandlungsintensität zu beobachten. Im Jahr 2017 war die Entwicklung bei den Ackerbaukulturen uneinheitlich. Bei den Sonderkulturen war hingegen wieder ein deutlicher Rückgang der BI auf die Werte vor 2016 festzustellen.

Die Kennziffer Behandlungsindex wird auch bezogen auf die Wirkstoffbereiche Fungizide, Herbizide, Insektizide und Wachstumsregler berechnet. Die Einzelwerte für die Wirkstoffbereiche bei den verschiedenen Kulturen finden sich auf der Internetseite http://papa.julius-kuehn.de.

Weiterführende Informationen

Eine detaillierte Darstellung der Berechnungsmethode und aller berechneten Behandlungsindizes befindet sich auf der Internetseitehttp://papa.julius-kuehn.de.