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Gremien

Forum 2014

Ergebniszusammenfassung der Sitzung des Forums "Nationaler Aktionsplan zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln" am 3. und 4. Dezember 2014

Zunächst wurden zu einer Reihe von Maßnahmen des NAP kurze Sachstandberichte gegeben. Die Geschäftsstelle NAP in der BLE berichtete, dass die beiden NAP-Arbeitsgruppen zum "Pflanzenschutz und Gewässerschutz" und "Pflanzenschutz und Biodiversität" ihre Arbeit aufgenommen haben, die konstituierende Sitzung des Wissenschaftlichen Beirates zum NAP ist für den 23. Februar 2015 vorgesehen. Die Studien zur Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Kleingartenbereich sowie zum Anwender- und Bystanderschutz sind angelaufen. Für den Pflanzenschutz im Obst- und Gemüsebau liegt ein spezifischer Aktionsplan, für den Vorratsschutz ein erster Entwurf für einen solchen Aktionsplan vor.

Das Modellvorhaben "Demonstrationsbetriebe Integrierter Pflanzenschutz" wurde vorgestellt. Es sind derzeit 66 Praxisbetriebe verschiedener Produktionsrichtungen beteiligt. Das Vorhaben ist von großer Bedeutung für die Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes. Anschließend erfolgte ein Bericht über den Stand der Erarbeitung der Leitlinien zum integrierten Pflanzenschutz. Weiter wurde erläutert, dass steigende Wirkstoffmengen im Inlandsabsatz kein Indiz für eine Zunahme an Pflanzenschutzmaßnahmen auf den Betrieben sind. Neuerungen bei der Berechnung des Risikoindikators SYNOPS wurden vorgestellt. Dabei wurde deutlich, dass Absatz und Risiko unterschiedlichen Trendbildern folgen. Bestimmte Teilindices nahmen weiter ab, andere dagegen zu.

Neue Ergebnisse aus dem Pflanzenschutzkontrollprogramm, die sich üblicherweise auf Handelsbetriebe und Praxisbetriebe sowie übergreifend auf wechselnde bundesweite Kontrollschwerpunkte, z.B. Kernobst (2011-2013) beziehen, wurden vorgestellt. Ebenso wurde das Konzept für das Monitoring von Pflanzenschutzmittelrückständen erklärt. Teilauswertungen zeigen überwiegend Rückstandshöchstgehaltsüberschreitungen unter 1 %, deuten jedoch in einzelnen Warengruppen auf eine Überschreitung der als Indikator festgelegten Quote von maximal 1% bei Rückstandshöchstgehalten hin.

Mit dem "Konzept zur Nutzung des Greening im Rahmen der EU-Agrarpolitik als Beitrag zum Gewässerschutz und zur Biodiversität" hat das Forum folgende Empfehlungen verabschiedet:
"Die Landwirte stellen im Rahmen der europäischen Agrarpolitik GAP 5 % ihrer Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) zur Verfügung. Das Forum empfiehlt den Betrieben, bei der Umsetzung des Greening die positiven Aspekte von ökologischen Vorrangflächen, speziell von Pufferstreifen, Feldrandstreifen oder Waldrandstreifen, als einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz und zum Erhalt der Biodiversität zu berücksichtigen. Das Forum fordert die Bundesregierung auf, Hemmnisse für die breite Akzeptanz in der Landwirtschaft bei der Anlage von Puffer-, Feldrand- oder Waldrandstreifen auszuräumen. Ein solches Hemmnis wäre beispielsweise die Forderung, zu solchen Streifen Abstände bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmittel einzuhalten. Diese Forderung wird mit Blick auf eine mögliche höhere wirtschaftliche oder betriebliche Attraktivität anderer ÖFV im Rahmen des Greening gestellt. Es wird die Anlage von Feldrand-, Waldrand- und Pufferstreifen mit einer Breite von nicht weniger als 5 Metern empfohlen. Anzustreben sind ortstreue Feldrand- und Pufferstreifen. In Bezug auf den Gewässerschutz wird außerdem empfohlen, die Rand- und Pufferstreifen auch an periodisch oder ständig wasserführenden Fließ- und stehenden Gewässern sowie an hängigem Gelände zu Oberflächengewässern anzulegen."

Als Ergebnis der Diskussion zum prioritären Forschungsbedarf wurde der Weg zu einer nationalen Forschungsagenda beschlossen, die den NAP unterstützt.

Das Forum machte deutlich, dass Offizialberatung zum Pflanzenschutz erhalten oder sogar gestärkt werden müsse. Die Offizialberatung zum Pflanzenschutz ist nicht nur gesetzliche Aufgabe, sie ist ein wesentliches Element des NAP. Ohne Beratung lässt sich integrierter Pflanzenschutz nicht in die Praxis umsetzen.

Das Forum bittet die Bundesregierung und die Länder um Engagement bei der Erarbeitung eines Monitoring-Konzepts für Kleingewässer der Agrarlandschaft insbesondere durch

  • die Bereitstellung von Informationen und Daten aus bisherigen und laufenden Monitoring-Programmen für das UFOPLAN-Projekt "Kleingewässermonitoring" und
  • die Beteiligung an den Diskussionen zur Ausgestaltung sowie an der Umsetzung des Konzepts.

Das Forum empfiehlt in diesem Zusammenhang die bestmögliche Abstimmung der Aktivitäten zur Erarbeitung und Umsetzung eines Monitoring-Konzepts für Kleingewässer der Agrarlandschaft mit den NAP-Aktivitäten zum Risikomanagement im Bereich Gewässerschutz (z.B. Hot-Spot-Management, Schaffung dauerhaft bewachsener Gewässerrandstreifen).

Tagesordnung (pdf-Datei)

Ergebnisprotokoll (pdf-Datei)

Anlage 1: Entwurf Konzept Greening (pdf-Datei)

Anlage 2: Empfehlung Forum NAP Greening (pdf-Datei)

Anlage 3: Empfehlung Forum NAP Gewässerschutz (pdf-Datei)

Anlage 4: Empfehlung Forum NAP Offizialberatung (pdf-Datei)