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Indikatoren / Forschung

Pflanzenschutzmittel im Grundwasser (GW)

Stand: 28.09.2018

Beschreibung

Ziel des NAP ist es, mögliche Risiken und Auswirkungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt, die mit der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verbunden sein können, weiter zu reduzieren. Zur Darstellung der Risikoentwicklung im Bereich des Gewässerschutzes wird unter anderem der Indikator "Pflanzenschutzmittel im Grundwasser (GW)" herangezogen. Angestrebt wird bis 2015, den Schwellenwert von 0,1 μg/L im Grundwasser (bezogen auf die Konzentration der Einzelwirkstoffe) für alle Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und relevanten Metabolite für neue Einträge nicht zu überschreiten.

Pflanzenschutzmittel können sowohl durch bestimmungsgemäße und sachgerechte Anwendung als auch durch fehlerhafte, nicht sachgerechte Anwendungen und Unfälle ins Grundwasser eingetragen werden. Die Analysen der Länder zeigen, dass Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und deren Metabolite im Grundwasser teilweise in Konzentrationen oberhalb des EU-weit geltenden Schwellenwertes von 0,1 μg/L auftreten.

Diagramm

Diagramm: Höchster Einzelsubstanz-Messwert der letzten Grundwasserprobe im Betrachtungszeitraum

Quelle: Entwurf des 4. LAWA-PSM-Berichts "Bericht zur Grundwasserbeschaffenheit -Pflanzenschutzmittel- Berichtszeitraum 2009 bis 2012"

Aussage

Mit dem Indikator wird die Belastungssituation des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel für fünf Zeiträume von 1990 bis 2012 dargestellt. An 13.400 Grundwassermessstellen wurden von 2009 bis 2012 bundesweit die Konzentrationen der Einzelsubstanzen (Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und relevante Metabolite) bestimmt. Die Untersuchungen werden überwiegend von den Ländern und Wasserversorgern veranlasst. Verwendet werden Analysedaten von Grundwassermessstellen, die in der Regel oberflächennahes Grundwasser erschließen.

Im oben aufgeführten Diagramm ist der Anteil der Grundwassermessstellen, bei denen keine Ein-zelsubstanzen nachgewiesen wurden oder bei denen der Schwellenwert nicht überschritten wurde sowie von Meßstellen bei denen der Schwellenwert von 0,1 μg/L überschritten wurde, dargestellt.

Die zugrundeliegenden Daten des Indikators zeigen, dass der Anteil der Grundwassermessstellen, an denen keine Einzelsubstanzen nachgewiesen wurden oder bei denen der Schwellenwert nicht überschritten wurde, von 90,3 % im Zeitraum 1990 bis 1995 auf 95,4 % im Zeitraum 2006 bis 2008 kontinuierlich angestiegen und bis 2012 auf diesem Stand geblieben ist. Das bedeutet umgekehrt auch, dass der Anteil der Grundwassermessstellen, an denen der Schwellenwert von 0,1 μg/L überschritten wurde, von 9,7 % im Zeitraum 1990 bis 1995 auf 4,6 % im Zeitraum 2006 bis 2008 kontinuierlich zurückgegangen ist und im Zeitraum von 2009 bis 2012 auf dem gleichen Wert verblieben ist.

Die Daten des Indikators stammen aus dem "Bericht zur Grundwasserbeschaffenheit – Pflanzenschutzmittel – Berichtszeitraum 2009 bis 2012", der von der Bund / Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) herausgegeben wurde. Im Bericht werden auch die möglichen Ursachen für den kontinuierlichen Rückgang der Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln genannt. Es wird zusammenfassend dargestellt, dass Anwendungsverbote und –beschränkungen, die Beratung und Schulung der Anwender, der teilweise Verzicht auf den Pflanzenschutzmitteleinsatz und eine veränderte Landbewirtschaftung für eine verminderte Belastung verantwortlich sind.

Zusammenfassend hat sich die Belastung des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel von 1990 bis 2008 kontinuierlich verringert. Für den Zeitraum von 2009 bis 2012 wurde ermittelt, dass bei 4,6 % der Grundwassermessstellen, der Schwellenwert von 0,1 μg/L überschritten wurde. Die Zielquote für diesen Indikator - keine Überschreitung des Grundwasserschwellenwertes - konnte somit für die erfassten Zeiträume nicht erreicht werden.

Der Ausschuss "Grundwasser und Wasserversorgung" der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA AG) wird einen weiteren PSM-Bericht erstellen. Dieser Bericht mit aktuellen Ergebnissen wird voraussichtlich 2019 veröffentlicht werden.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen stehen auf der LAWA-Webseite zur Verfügung:

Zur Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA)